Markus Redert 2012

 

Markus Redert

 

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Aktuell : Landesmuseum Koblenz | Haus der Fotografie

16. Juni bis 4. September 2016

WESTFRONT - Fotoessay zwischen Dokumentation und Inszenierung

Mit dem Jubiläumsjahr 1914/2014 rückte ein Ereignis ins Bewusstsein, das die weitere Entwicklung vieler Länder Europas aber auch anderer beteiligter Staaten im 20.Jahrhundert beeinflusst hat und es bis heute tut. Die Entwicklungen von Forschung und Technik in der Rüstungsindustrie führten zu einem bis zu diesem Zeitpunkt in der Weltgeschichte nicht gekannten Ausmaß an Zerstörung von Menschenleben und Infrastruktur.

Im Fotoprojekt „Westfront“ war es  das Ziel von Markus Redert, Spuren der Zerstörung und Veränderung entlang der ehemaligen Frontlinie von den Vogesen bis zur Nordsee sichtbar zu machen. Es sind Orte, deren Namen zum Symbol des Vernichtungskrieges und hunderttausendfachen Sterbens wurden. Über die bloße Dokumentation hinaus möchte er den Betrachter auch fühlen lassen, welche Ereignisse hier dauerhafte Änderungen bewirkt haben.

Licht und Schatten führen, konzentrieren den Blick, verfremden Vertrautes, vermitteln eine Ahnung von der Bedrohlichkeit und Düsternis, die der Szenerie innewohnt. Der Betrachter soll sich bewusst werden, dass jeder Quadratmeter dieser Erde zum Grab junger Männer in einem sinnlosen Krieg wurde.

Text: Markus Redert


 

 

Markus RedertPunkerwusch furs neue Jahr

 

 

 

In seinen Streetfotos zeigt Markus Redert die hohe Kunst des fotografischen Festhaltens eines besonderen Augenblicks. Die Street photography zeichnet sich dadurch aus, dass Situationen gezeigt werden, die so nicht wieder entstehen können. Streetfotos zeigen den einen, den authentischen und außergewöhnlichen Moment.

Im Gegensatz zu seinen ,Nachtzyklen‘ fokussiert Redert hier den Menschen und besonders sich selbst. Seine Motive, meist in Außenszenen oder -situationen agierend, sind jedoch nicht als Persönlichkeiten oder als private Personen zu betrachten.
Sie sind anonyme Figuren oder zeigen, wie in den Selbstporträts, dem Betrachter bekannte Situationen des Alltags.
Dabei wirken die Aufnahmen zufällig, und manchmal verwirrend lösen sich die Perspektiven von Subjekt und Objekt innerhalb der Szenen auf.

Im Gegensatz zu der dokumentarischen Fotografie lässt die Street photography dem Betrachter die Freiheit der persönlichen, subjektiven Interpretation.




 

 

 

 


 

 

Markus Redert in Verdun

2014 ,Spurensuche Schlachtfelder‘

Der 1. Weltkrieg ist im deutschen Bewusstsein weitgehend überdeckt durch die Auswirkungen der Nazidiktatur und des 2.Weltkrieges. Dabei wird verkannt, wie dramatisch dieser Krieg die weitere Entwicklung vor allem Europas aber auch vieler weiterer beteiligter Staaten im 20.Jahrhundert beeinflusst hat. Die Entwicklungen von Forschung und Technik in der Rüstungsindustrie führten zu einem bis zu diesem Zeitpunkt in der Weltgeschichte nicht gekannten Ausmaß an Zerstörung von Menschenleben und Infrastruktur. Mehr als 60 Millionen Soldaten aus 5 Kontinenten waren beteiligt und fast 10 Millionen starben. Und im Gegensatz zu dem gerechten Kampf gegen die aggressive Nazidiktatur gab es keine zwingende Notwendigkeit für den Ausbruch des 1.Weltkrieges, sondern die Gründe lagen in einem übersteigerten Nationalismus, einer verhängnisvollen Bündnispolitik und einer unfähigen Politiker- und Herrschergeneration der beteiligten Länder, die sich von den Militärs in diesen Konflikt hineintreiben ließ.


Markus Redert Spurensuche100 Jahre sind nun vergangen. Der Anlass mich auf die Spurensuche auf den ehemaligen Schlachtfeldern zu begeben. Ausgangspunkt ist die Umgebung von Verdun, in der der deutsche Vormarsch auf Paris gestoppt wurde. In der Schlacht um die Vorherrschaft fanden in zermürbenden Stellungskriegen hunderttausende Soldaten den Tod. Der ungeheure Einsatz von Artillerie, Minen, Bomben wurde zu einem Symbol für die Sinnlosigkeit dieses Krieges und hinterließ eine Mondlandschaft, in der Dörfer, Felder, Wälder komplett zerstört wurden und bis heute unübersehbare Narben im Landschaftsbild hinterlassen haben. Totes Gelände, nun wieder überwuchert und immer noch durch verrottende Blindgänger und Giftgas bedrohlich. Das künstliche Licht in der Nacht hebt die Veränderungen der Topographie durch Bomben- und Granatexplosionen und Schützengräben hervor. Die Dunkelheit erinnert daran, dass jeder Quadratmeter dieser Erde zum Grab junger Männer in einem sinnlosen Krieg wurde.
 
 
 
 

 

nachtlandschaft 29

Fotoexperimentelle Lichtmalerei

Als zeitgenössischer Fotokünstler experimentiert Redert mit Licht und spielt mit ihm. In seinen Serien Nachtlandschaften und Nachtpanoramen führt er das Licht in die Dunkelheit und wird zugleich von ihm geführt. Markus Rederts Themenbereiche sind so unterschiedlich wie seine angewandten Techniken. Es sind geplante Zufälligkeiten, die er mit den Mitteln der Doppelbelichtung, Bewegung, Verschwenkung und der Überlagerung perfekt in Szene setzt. Er wählt die Orte bei Tageslicht nach unterschiedlichen Kriterien aus, plant die Lichtsituation und die beabsichtigte Wirkung. Bei Durchführung nachts steht seine Kamera auf Dauerbelichtung, während er nach und nach bestimmte Partien des Bildes beleuchte, bis sie mit seiner geplanten Inszenierung übereinstimmt. Dieser Vorgang ist allerdings nicht ganz so einfach, wie es sich anhört, da Lichtmenge, Lichtdauer und Lichtführung genau abgemessen sein müssen. Markus Redert hat während der Durchführung keine Kontrolle, sondern muss sich auf sein Gedächtnis verlassen. Letztendlich sieht er erst nach Entwicklung und Abzug, inwieweit das Ergebnis seiner Vorstellung entspricht.
In der Serie Neon schmilzt das bunte Licht förmlich und fließt in organischen Formen über die ganze Bildfläche. Markus Redert bringt statisches Werbelicht durch seinen eigenen Körpereinsatz virtuos in rhythmische, tänzerische Schwingungen. Durch die Führung der Kamera mit offener Blende vermittelt er uns die US-amerikanischen Kunstlicht-Exzesse in den Entertainment-Centern der Mega-Cities, wie er sie empfindet. Schnell und bunt, laut und heiß.





NachtkustenTatort-Bühnen-Inszenierungen sind wie Augenzeugen seines konstruierten Scheinwerfereinsatzes in den Nachtlandschaften, die uns ängstigen und doch gleichzeitig erregend sind.Oder da sind die mystischen Avalon-Nebel an gespenstischen Nachtküsten. Und wie lichtgemalte Verwirrungen wirken da die Dschungel in der erleuchteten Dunkelheit

 

Die Vertikalen Nachtpanoramen, V K, wurden 2010 erstmals in der Galerie Krüger gezeigt. Als Künstler stellt er sich hier, ist gesellschafts- und wirtschaftspolitisch, ist kritisch, und wird selbst zu einem Zeitzeugen. Dokumentarisch verarbeitet er das Erlebnis, dass uns alle vor wenigen Jahren in ein neues Weltbild katapultiert hat, NineEleven. Ein gemeinschaftliches Projekt waren die Nachtporträts, die im Rahmen der Ehrenbreitsteiner Kunsttage 2010 von der Galerie und dem Künstler dort zum ersten Mal fotografiert und gezeigt wurden. Während der Kunsttage porträtierte Markus Redert in einer speziell für die Kunsttage erbauten Fotokabine Besucher in seiner ganz speziellen Technik, in der der Fotokünstler die Personen in der Stockdunklen Kabine mit Licht "bemalt"

 


www.markusredert.de

 

 

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